Sonntag, 2. Juni 2013

glücklich sein - keine leichte aufgabe?

immer mehr medien setzen sich mit dem thema "glück" auseinander. in manchen schulen ist es sogar schon ein unterrichtsfach.

warum gibt es menschen, die glücklich und solche, die unglücklich sind? kann man immer nur glücklich sein? wie macht man es, glücklich zu sein? wie äußert sich glücklich-sein? kann man glücklich-sein erlernen?

these 1

glück nehmen wir nur wahr, wenn wir auch das unglück kennen. es kann sich um selbst erlebtes unglück handeln aber auch um durch erzählungen oder medien vermitteltes. aus der wahrnehmung dieses unglücks können wir den schluss ziehen, dass es uns im vergleich dazu sehr gut geht. wenn ich unglück ignoriere und nicht sehen will, kann ich glück auch schwer als solches wahrnehmen.

these 2

glück wird ganz verschieden wahrgenommen. manchmal ist es ein rausch von glückshormonen, manchmal ein gefühl von zufriedenheit, ruhe und entspannung. möglicherweise verursacht auch ein adrenalinschub zb. beim bungee-springen glücksgefühle.

these 3

menschen sind abgesehen von schwierigen situationen wie trauer, konflikten und dergleichen unglücklich, weil sie das überhandnehmen von unglücksgefühlen nicht verhindern können. wenn ich meinen blick immer nur auf negatives richte, kann das nur negative emotionen auslösen. erst wenn mir bewusst ist, dass ich das negative akzeptieren kann, aber meinen blick auch auf das positive richten muss, können sich angenehme und positive gefühle einstellen.

these 4

eine der wichtigsten glücksfaktoren ist die fähigkeit des menschen, mit seinen emotionen in einer art umzugehen, die glücksgefühle zulassen und unglücksgefühle beherrschen. dazu gehört es, unglücksgefühle zuerst mal zuzulassen. darüber hinaus ist es wichtig, den unglücksgefühlen auf den grund zu gehen. warum geht es mir schlecht? ich habe zb. jemand verärgert. ich ärgere mich, weil mein nachbar ein größeres auto hat. ich bin übers ohr gehauen worden. ich hab vergessen, milch einzukaufen. ich fühle mich zu wenig beachtet.

einige solche unglücksgefühle sind sofort lösbar. ich rufe an und entschuldige mich.

ich sorge dafür, dass mir wieder genug aufmerksamkeit zu teil wird.

fallweise ziehe ich daraus eine konequenz. ich schreib mir das auf, damit ich es das nächste mal nicht vergesse.

wie groß ist eigentlich der schaden? nur 50 cent? eigentlich kein grund zum ärgern.

wer zwingt mich eigentlich dazu, mich darüber zu ärgern? warum soll mein nachbar kein größeres auto fahren? meins kostet nur halb so viel, das gefällt mir.

liegt es nicht in unserem ermessen, ob wir in erster linie mit unserem eigenen auto zufrieden sein wollen oder unzufrieden, weil ein anderer ein besseres oder größeres hat? daraus resultiert ...

... these nummer 5

glücklich zu sein setzt die fähigkeit voraus, mit unseren emotionen (guten wie schlechten) bestmöglich umgehen zu können.

Sonntag, 12. Mai 2013

störungen - was tun?

wie gehen wir menschen mit störungen und konflikten im allgemeinen um?

das lässt sich im wesentlichen auf einige grundverhaltensmuster reduzieren:

1. ignorieren

ich weigere mich, ein problem zu sehen oder kann es gar nicht wahrnehmen. möglicherweise löst sich das problem auch wieder in luft auf. oder es wird stärker und drängt irgendwann in meine wahrnehmung.

2. verdrängen

bewusstes abwenden, abschieben und vergessen wollen. dann verschwindet es mit der zeit oder meldet sich immer wieder neu und vielleicht auch penetranter.

3. unkontrolliert reagieren

es kommt zu einer wahrnehmung des problems und zu einer unkontrollierten reaktion, die nichts mit dem problem selbst zu tun haben muss. zumindest für nicht unmittelbar beteiligte.

4. sofort schuldige suchen

ein problem wird sofort anderen in die schuhe geschoben. auch vorwurfsvolles ansprechen des problems fällt darunter.

5. problem offen ansprechen

der wahrnehmer versucht ein problem anzusprechen, ohne schuld zuzuweisen. er versucht ein problembewusstsein zu schaffen. wenn das gelungen ist, besteht die möglichkeit, über lösungsvarianten zu reden und einzuladen, wer etwas zur lösung des problems beitragen will.

häufig wird ein ansprechen eines problems sofort als kritik an einer person missverstanden. in der folge werden dann immer mehr probleme nicht mehr offen angesprochen, nur um weitere konfliktausbrüche von vorneherein zu vermeiden. qualitativ kann sich eine struktur unter diesen umständen aber nicht weiter entwickeln.

der bessere setzt sich durch

sieben jahre lang hat bauer fleißig erfolgreich verhindert, dass sein sohn faul in seinem betrieb fuß fasst. im achten jahr war das nicht mehr notwendig. sein sohn verschwand auf nimmer wiedersehen über die sieben berge.

Freitag, 10. Mai 2013

kampf gewonnen

eben ist mir eine zugegebenermaßen ältere geschichte untergekommen. lesen sie selbst.

ein altbauer betritt zufrieden fast freudestrahlend den verkaufsraum eines landhändlers. er hatte sich in einem wichtigen konflikt durchgesetzt. wenige stunden vorher hat sich sein sohn im stadel erhängt.

die geschichte ist (leider) nicht frei erfunden.

Sonntag, 28. April 2013

der GK am bauernhof oder gewerbebetrieb

beim GK in der bäuerlichen familie oder im familiären gewerbebetrieb handelt es sich um eine sonderform des GK. am besten ist das mit einem hirschrudel darzustellen. wenn der potentielle jungbauer von der ausbildung oder einer außerlandwirtschaftlichen beschäftigung in den betrieb hereinkommt oder möglicherweise einheiratet, tritt neben dem althirsch ein neuer hirsch im revier auf. das kann zu revier-konflikten oder zu einer geordneten übergabe des reviers führen. mit der übergabe ist wichtig, dass der althirsch die leithirschrolle des junghirsches anerkennt. sonst könnte das ganze unnötig konfliktreich werden.

der GK - ein unlösbares problem?

dass mancherorts was ganz schrecklich schief läuft, fällt uns ja des öfteren auf. bei anderen sehen wir das auch viel besser als bei uns selbst. am einfachsten ist natürlich, die schotten dicht zu machen, in eine mitleidsrolle zu schlüpfen, sich selbst als unschuldiges opfer zu deklarieren und alle schuld weit von sich zu weisen. das löst das problem keinesfalls und macht es idr. noch schlimmer. böse zungen reden dann von biologischer lösung. der konflikt endet mit dem biologischen ende einer konfliktpartei oder einer unüberbrückbaren entfernung. das kann allerdings zu einer langwierigen und gesundheitsbeeinträchtigenden lösung werden.

die einfachere lösung ist das "auflösen" des konflikts. dazu gibt es verschiedene strategien.

strategie 1 - der mediator

eine dritte person in form eines mediators ist hilfreich. das muss kein ausgebildeter mediator sein. es sollte sich jedoch um eine von beiden parteien akzeptierte person handeln. und sie sollte gewisse mindestfähigkeiten in kommunikation und konflikt-management beherrschen. die anwesenheit eines dritten führt auch zu einer gewissen zurückhaltung, was persönliche angriffe und untergriffe angeht. der mediator soll den prozess begleiten, sich aber inhaltlich aus der diskussion heraushalten.

strategie 2 - entfernung

mit zunehmender entfernung schwindet tendentiell das konflikt-potential. dazu gehört auch die trennung von verantwortlichkeiten. es gehört allerdings eine gewisse disziplin dazu, sich nicht in fremde aufgabengebiete einzumischen. diese disziplin ist einzumahnen.

strategie 3 - umgangsformen

ein gewisse gegenseitiger respekt soll durch gewisse umgangsformen gezeigt werden. altklugheit oder respektlosigkeit sind kontraproduktiv. erpressung ist ein häufiges problem. "wenn nicht alles nach meiner pfeife tanzt, dann werd ich böse."

strategie 4 - zurückhaltung

zurückhaltung ist eine stärke. sich nicht bei jeder gelegenheit wichtig machen, anderen menschen entwicklungsräume zugestehen und eigene erfahrungen anbieten, nicht aufdrängen.

strategie 5 - fehler

fehler müssen erlaubt sein. es muss auch möglich sein, selbst daraus konsequenzen zu ziehen.

strategie 6 - wahrnehmung und realität

normalerweise sind ja wir die guten und die anderen die bösen. in der praxis hat jeder mensch seine guten und seine bösen seiten. erwin ringel hat das mit dem hellen und dem dunklen zimmer gut beschrieben. wir wollen oft die eine oder andere seite an uns und an anderen nicht sehen. es ist hilfreich, auch das jeweils andere zuzulassen und den blick dafür zu schärfen.

vermutlich gibt es noch viele weitere strategien. werde auch meinen blick dafür schärfen!

sozialer hintergrund

im zuge meiner auseinandersetzung mit dem thema GK sind mir die sozialen rahmenbedingungen bewusst geworden. wir finden den GK oft im bäuerlichen umfeld und im gewerbe in familienbetrieben. darüber hinaus sind solche GKs überall zu finden, wo verschiedene generationen aufeinanderstoßen. zb. ein mechaniker-lehrling gerät mit dem mechaniker-meister in konflikt, weil er eine unterschiedlich auffassung von sauberkeit am arbeitsplatz hat.

eine ursache ist beispielsweise, dass sich die werte von menschen ganz normal mit zunehmendem alter ändern. man legt mit 50 oder 80 auf ganz andere dinge wert als mit 30 jahren. verschärfend kommt hinzu, dass sich unsere gesellschaft heute viel rascher ändert als vor 200 oder 300 jahren.

zusätzlich kommen externe einflussfaktoren ins spiel. wie werden wir von religiösen einflüssen geprägt? wie werden wir von politischen strömungen manipuliert? wie beeinflussen medien unsere wahrnehmung?

so weit ein paar gedanken zum tag.

meine auseinandersetzung mit dem gk hat übrigens auch dazu geführt, dass ein seminar zum thema "der generationskonflikt in der bäuerlichen familie" erarbeitet wurde. vor etwa 20 jahren wurden auch veranstaltungen mit dem katholischen bildungswerk KBW und dem ländlichen fortbildungsinstitut LFI NÖ durchgeführt.



willkommen

herzlich willkommen im blog generationskonflikt.

das thema beobachte ich schon seit mehr als 30 jahren. der generationskonflikt (abgekürzt GK) ist eine sonderform von konflikten. er ist im wesentlichen auf die werteunterschiede zwischen generationen zurückzuführen. diese werteunterschiede sind aber nicht unüberbrückbar.

in der regel setzt konfliktlösung das bedürfnis voraus, den konflikt lösen zu wollen. dann sind nur mehr zwei aufgaben zu erledigen:

1. ich gestehe dem anderen zu, anders sein zu dürfen als ich das will oder erwarte.

2. ich versuche zu verstehen, wie das wertebild des konflit-partners entstanden ist.

wann immer mir neue beobachtungen unterkommen, folgt ein neuer post.

ich wünsche gute unterhaltung

hans kreimel
stratem(a)gmx.net